Pannen und Reparaturen

Bei einer Radreise kann neben geplanten Besichtigungen und Fahrten in schöner Natur einiges Unerwartetes passieren. Vor Pannen muss jedoch niemand Angst bekommen. Eine Panne kann immer mal passieren und bietet Gelegenheit, das möglichst zuhause Geprobte unter Beweis zu stellen.

Die Reparatur von bestimmten und immer wieder mal vorkommenden Herausforderungen sollte vorher geprobt oder zumindest durch vorherige Beschäftigung mit der Lösung durch Lesen oder How-To-Videos zum Kinderspiel werden. Wer sich vorbereitet, genießt selbst Überraschungen auf der Tour ganz entspannt.

 

Loch im Schlauch

Die häufigste Panne bei einer Radreise ist ein Loch im Schlauch. Ein Ersatzschlauch ist am einfachsten. So kann der kaputte Schlauch nach Abschluss der Etappe in aller Ruhe repariert werden. Wenn nicht, muss der Mantel von der Felge entfernt werden. Entweder ist ein Loch sichtbar oder durch Zischen hörbar. Mit feinem Sandpapier aus dem Flickzeug wird die Stelle um dieses Loch herum etwas angeraut, dann Kleber aufgetragen. Diese Flüssigkeit muss zäh werden, also etwa eine Minute warten. Dann erst den Patch aufkleben, der auf seiner gesamten Fläche mit dem zähflüssigen Kleber bedeckt sein sollte. Anders verhält es sich mit selbstklebenden Patches. Nun 30 Sekunden fest den Patch andrücken. Der Mantel sollte vor erneutem Aufziehen überprüft werden, ob sich eine Pannen-Ursache noch in ihm versteckt.

 

Riss im Mantel

Beschädigungen im Mantel sind die häufigste Ursache für Löcher. Sollte ein Riss so groß sein, dass der Schlauch sichtbar wird, gibt es Erste-Hilfe-Tricks. Dabei wird etwas Dünnes - das sich der Reifenform anpasst - zwischen Mantel und Schlauch gelegt: Verpackung eines Energieriegels, ein Stück Papier, ein Geldschein. Wichtig ist, dass dieses Material äußere Einflüsse abhält und weiteren Schaden verhindert.

 

Kette

Wenn unterwegs die Kette reißt ist dies auch kein Problem. Bei hochwertigen, gewarteten und richtig eingebauten Ketten passiert das fast nie. Sollte doch einmal der Fall eintreten: zur Reparatur eignet sich Multi-Tool-Werkzeug, um das gebrochene Kettenteil zu entfernen. Anschließend werden die Kettenglieder wieder miteinander verbunden.

 

Gebrochene Speiche

Diese Panne bei einer Radreise, indem eine Speiche bricht, passiert achtsamen Fahrerinnen und Fahrern sehr selten. Wer eine Ersatzspeiche hat, kann diese unterwegs auswechseln. Selbst mit gebrochener Speiche kann vorsichtig und mit Schutz weitergefahren werden. Schlaglöcher sind zu umfahren, nachdem die kaputte Speiche an einer anderen Speiche fixiert wurde.

 

Gerissene Schaltzüge

Sollte der vordere Schaltzug reißen, bedeutet das für eine Reparatur nach der Strecke eine Einschränkung: das Fahren auf dem kleinsten Zahnkranz. Sollte das Kabel der Schaltung reißen, hilft ein Knoten. Dadurch erhält der Schaltzug Widerstand und der gewünschte Gang kann fest eingestellt werden.

 

Was gehört für Fahrrad-Erste-Hilfe ins Gepäck?

Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, sollte auf Eventualitäten eingestellt sein. Deshalb gehören ins Gepäck:

  • Flickzeug, Ersatzschlauch
  • Luftpumpe
  • Kleines Fahrradwerkzeug (Multitool)
  • Kettenschloss

Grundwissen gibt Sicherheit. Wem das zu anstrengend ist:

 

Bei vielen Touren warten in geringen Entfernungen Orte, in deren Fahrradgeschäft die Inhaber entsprechenden Service anbieten und helfen. Die Hoteliers an beliebten Fahrradrouten sind ebenfalls erfahren oder können schnell Hilfe vermitteln. Viele Unterkünfte an beliebten Fahrradrouten bieten eine breite Werkzeugauswahl oder sogar einen Raum zum Reparieren der Räder an. Und Gleichgesinnte mit speziellen Kenntnissen sind bei organisierten Touren auch an der Strecke oder in der Unterkunft.